Cubas geheimnisvolle Behandlung für Alzheimer
In den letzten Monaten gab es immer wieder Spekulationen über eine bahnbrechende Behandlung von Alzheimer, die in Kuba entwickelt wurde. Hasan Piker, ein bekannter amerikanischer Streamer, hat die Behauptung aufgestellt, dass die cubanische Therapie, bekannt als NeuralCIM, durch das amerikanische Embargo der Welt vorenthalten wird.
Die Entstehung der Behauptung
Piker, der im März 2026 Kuba besuchte, interviewte Ärzte vor Ort und kam zu dem Schluss, dass diese Behandlung das Leben vieler Amerikaner verbessern könnte, die unter Alzheimer leiden. Seine Aussage, dass amerikanische Unternehmen daran gehindert werden, cubanische Medikamente zu bezahlen, hat in sozialen Medien hohe Wellen geschlagen. Doch was steckt wirklich hinter diesen Behauptungen?
Die Wissenschaft hinter NeuralCIM
NeuralCIM, auch bekannt als neuroEPO plus, ist eine modifizierte Form des Proteins EPO, das vor allem für die Stimulation der Bildung roter Blutkörperchen bekannt ist. In einer speziellen cubanischen Variante, die über Nasentropfen verabreicht wird, werden die blutbildenden Eigenschaften reduziert, während die neuroprotektiven Effekte im Vordergrund stehen sollen. Die cubanische Arzneimittelbehörde hat es 2022 unter bestimmten Bedingungen genehmigt.
Die ATHENEA-Studie unter der Lupe
Die Hauptstudie, die Pikers Behauptungen stützt, ist die ATHENEA-Studie, die 2023 im renommierten Fachjournal „Alzheimer’s Research & Therapy“ veröffentlicht wurde. Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie untersuchte 174 Teilnehmer mit mild bis moderat fortgeschrittener Alzheimer-Demenz und zeigte, dass die Gruppen, die NeuralCIM erhielten, in kognitiven Tests besser abschnitten als die Placebogruppe. Doch hier gibt es mehrere kritische Punkte zu beachten.
Vorsicht ist geboten
Erstens war die Anzahl der Teilnehmer verhältnismäßig gering, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkt. Zudem wurde die Diagnose aufgrund veralteter Kriterien vorgenommen, ohne moderne biomarkerbasierte Methoden wie amyloid-PET-Scans zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass nicht alle Teilnehmer definitiv Alzheimer hatten, was die Resultate verzerren könnte. Insbesondere könnte es sein, dass einige Patienten an aggressiveren Demenzformen litten, was die Unterschiede zwischen den Gruppen beeinflusste.
Fazit: Eine kritische Betrachtung ist notwendig
Obwohl die initialen Ergebnisse vielversprechend erscheinen, ist Skepsis angebracht. Die Methodik der Studie und die damit verbundenen Herausforderungen werfen Fragen auf. Mehr Forschung und größere, gut konzipierte Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit von NeuralCIM zu bestätigen oder zu widerlegen.